five suns / after Galileo, 2018 / © Archive Mischa Kuball, Düsseldorf / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
five suns / after Galileo, 2018 / © Archive Mischa Kuball, Düsseldorf / VG Bild-Kunst, Bonn 2018five suns / after Galileo, 2018 / © Archive Mischa Kuball, Düsseldorf / VG Bild-Kunst, Bonn 2018


five suns / after Galileo, 2018

raumbezogene Lichtinstallation, Profiler, Dia, 5 Plexiglasplatten je 600 x 600 x 3 mm, 5 Motoren, Lasercut. Papier und Plexiglas, bearbeitet mit Lasercut, 2 gerahmte Arbeiten, je 31,5 x 31,5 cm. Seiten der Publikation „Die Photographie des Unsichtbaren, Generalmajor a.D. J. Peter. Die Okkulte Welt 31/32. 1921“ mit Lasercut bearbeitet, 13 gerahmte Arbeiten, je 33,5 x 41,5 cm.

"Lichtprojektionen spielen im Werk von Mischa Kuball eine zentrale Rolle. Von typischen „Lichtkünstlern“ unterscheidet sich Kuball allerdings schon dadurch, dass der direkte Einsatz des Lichtes bei ihm stets mit der Reflexion sozialer, politischer und wissenschaftlicher Fragen verbunden ist. Five Suns. After Galilei bezieht sich auf eine wichtige astronomische Entdeckung, die der italienische Universalgelehrte Anfang des 17. Jahrhunderts machte. Er beobachtete dunkle, sich bewegende und verändernde Flecken auf der Sonnenscheibe. Diese konnte er zwar noch nicht eindeutig zuordnen, aber die„Sonnenflecken“ stützten sein Kopernikus folgendes Weltbild. Diese wiedersprach den Dogmen der Kirche, hat sich aber als den Tatsachen entsprechend erwiesen: Die Erde ist keine Scheibe, sondern eine Kugel und nicht der Mittelpunkt des Universums, sondern einer der Planeten, die sich um die Sonne drehen. So ist das Licht, das Kuball auf fünf sich drehende, farbige runde Scheiben richtet und das faszinierende wechselnde Farbwirkungen im Raum und auf den Wänden erzeugt, als Licht der Erkenntnis lesbar, das sich in das Weltall richtet. Warum aber fünf „Sonnen“ und nicht nur eine? Ist nicht jede Erkenntnis vom Standpunkt, von der Perspektive abhängig und deshalb nie universell? Kuballs Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Fragestellungen fragt stets auch nach den Gemeinsamkeiten von Wissenschaft und Kunst. War Galilei nicht auch als Künstler anzusehen, wie es der Kunsthistoriker Horst Bredekamp in einer vielgelesenen Untersuchung vorgeschlagen hat? Die Darstellungen der Sonnenflecken auf Galileis eigenen Zeichnungen sind auch ästhetisch beeindruckend. Die kleinen Löcher in den Scheiben der Five Suns greifen Galileis gezeichnete Flecken auf und lassen sie imaginär durch den Raum wandern." (Ludwig Seyfarth, 2018)


Exhibition history

2018
CATCHING THE LIGHT, 13.04.-07.07.2018, KAI10 Arthena Foundation, Düsseldorf /DE