on construction / public preposition

Dortmund, 2026

Es beginnt mit der Idee der Collage: das Prinzip einer Montage, Dinge zusammenzufügen, ohne eine historische Linearität zu behaupten. Statt einer klaren Linie entsteht ein Geflecht – ein rhizomartiges Netzwerk aus möglichen, manchmal zufällig wirkenden Verbindungen. Dieses Denken öffnet Räume: Es macht das Öffentliche publik.

Im Jahr 1748 entwickelte der italienische Kartograf Giovanni Battista Nolli einen revolutionären Plan für die Stadt Rom, der nicht nur alle bebauten Flächen und Straßen zeigte, sondern auch alle Innenräume von Kirchen, Palästen und Institutionen, die das Kriterium eines temporär zugänglichen Raumes erfüllten.

Das Prinzip der Öffentlichkeit, ist an das Prinzip der Offenheit im Sinne einer Zugangsoffenheit gebunden.

Heutige urbane Räume sind (nach-)öffentliche Räume, an denen sich unterschiedliche Funktionen vermischen. Unabhängig vom Raum besitzt die Vorstellung von Öffentlichkeit aber auch eine „performative“ Komponente, da sich der Begriff auch ganz allgemein auf Ereignisse richtet, welche die Aufmerksamkeit eines Publikums erregen – was impliziert, dass eine wesentliche Voraussetzung für die Konstitution von Öffentlichkeit die Möglichkeit des potenziellen Publikums ist, an einem Ereignis tatsächlich zu partizipieren. Das wiederum bedeutet, dass der ausschlaggebende Faktor für die Charakterisierung eines Ereignisses als öffentlich weniger die Protagonisten des Ereignisses sind, als vielmehr das Publikum.

Wir – die Zuschauer, Zuhörer, Vermittler und Kommentatoren – sind es, die ein Ereignis, und damit auch ein Kunstwerk, als öffentlich charakterisieren und prägen.

Diese Überlegungen können ein möglicher Einstieg sein, um zu verstehen, wo wir stehen, wenn wir über unser Verhältnis zu Stadträumen sprechen. Und darüber, wem die Stadt gehört – auch hier, zum Beispiel in Dortmund.

- MK